Britische und deutsche Finanzaufsicht für schärfere Aufsicht von Hedge-Fonds - Schweiz gegen Regulierung
Die britische Finanzaufsichtsbehörde FSA und die deutsche BaFin
plädieren für eine strengere Aufsicht gegenüber den Hedge-Fonds. Die
FSA befürchtet, dass der Zusammenbruch eines großen oder mehrerer
mittelgroßer Hedge-Fonds zu einem Vertrauensverlust bei den Investoren
führen könne. Sie will deshalb als ersten Schritt zur Einführung neuer
Vorschriften Kommentare aus der Investmentbranche zu den Risiken von
Hedge-Fonds einholen. BaFin-Präsident Jochen Sanio, der eine globale
Regulierung befürwortet, schätzt allerdings die Chancen für einen
solchen Durchbruch gering ein.
Die britische FSA begründet ihren Vorstoß für eine strengere
Regulierung mit der Befürchtung, dass einige Hedgefonds-Manager "die
Grenzen akzeptablen Verhaltens im Hinblick auf Insiderhandel und
Marktmanipulation testen." Die Londoner Behörde erwägt, schärfere
Offenlegungspflichten für Transaktionen bei Hedge-Fonds einzuführen und
einzelne Manager zu zwingen, sich als Handelnde bei Transaktionen
einzutragen und nicht nur die Fonds.
BaFin-Präsident Sanio hat Hedge-Fonds als "die schwarzen Löcher des
Weltfinanzsystems" bezeichnet. Im Magazin "Der Spiegel" sagte er,
sollte ein großer Hedge-Fonds unter seinen exzessiven Risiken
zusammenbrechen, ?könnte er große Finanzunternehmen mit in den
Untergang reißen?. Die Risiken, die Hedge-Fonds eingehen dürfen,
müssten von der Höhe ihres Eigenkapitals abhängig gemacht werden,
forderte der BaFin-Präsident. Viele Fonds hätten eine hohe Verschuldung.
Die Schweizerische Nationalbank hingegen hat sich gegen eine
Regulierung von Hedge-Fonds ausgesprochen und sieht darin kein Risiko
für das Finanzsystem. "Wir sind uns der Gefahr bewusst, die
unterschiedliche Regulierungssysteme darstellen. Wir haben nicht die
Absicht, die Hedgefonds-Branche zu veranlassen, aufgrund
aufsichtsrechtlicher Entscheidungen in weniger regulierte
Offshore-Zentren abzuwandern", zitiert die FAZ eine
Nationalbankerklärung.
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