05.11.2013 | Märkte

BIS sieht anhaltenden Druck auf Emerging Markets

Die Wirtschaft vieler Emerging Markets macht derzeit nach einer langen Aufwärtsphase eine Korrektur durch. Verstärkt wird dieser Effekt durch die Antizipation des Endes der offensiven Geldpolitik der Zentralbanken in den Industrienationen, schreibt die BIS in ihrem aktuellen Quartalsbericht. Im Mai sorgte die Vermutung der Marktteilnehmer, die Anleihenkäufe der Fed würden bald enden, zu steigender Volatilität an den Anleihen- und Aktienmärkten sowie zu signifikanten Verkäufen von US-Staatsanleihen mit hoher Duration und Aktien, sowie zu generell hohen Abflüssen aus den Emerging Markets. In den entwickelten Ländern beruhigte sich die Situation schnell wieder, nachdem die Fed und die EZB ankündigten, die Geldpolitik würde bis zur Stabilisierung des Aufschwungs fortgesetzt.


Quelle: BIS

Emerging Markets wurden von den Abflüssen hingegen stark getroffen. Das Wachstum und der reibungslose Ablauf der Kreditmärkte vieler Emerging Markets ist immer noch stark von Kapitalgebern aus den Industrienationen abhängig. Durch die Mittelabflüsse zu einem Zeitpunkt bereits reduzierter Wachstumsaussichten verloren die BRIC-Währungen mit Ausnahme Chinas gegenüber dem US-Dollar. Auch die Türkei war massiv betroffen. Die folgenden Zentralbankinterventionen zur Stabilisierung der Wechselkurse reduzierten die Devisenbestände dieser Länder. Auch die Aktienmärkte verloren deutlich mehr und nachhaltiger, als dies in Europa, Japan und den USA der Fall war.


Quelle: BIS

Die BIS sieht Risiken für die Finanzmarktstabilität derzeit vor allem in den Emerging Markets, da bei einer weiteren Verschlechterung der konjunkturellen Lage und bei einem Ende der offensiven Zentralbankpolitik hier Einbrüche zu befürchten sind. In den Industrienationen treiben die Suche nach Yield und die hohe Liquidität immer mehr Investoren in riskantere Credit-Segmente.

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