Beta-Overlay zum Hedgen von Liquiditätsrisiken
Während der Finanzkrise waren einige Fondsmanager, insbesondere Hedgefondsmanager, gezwungen, den Rückzahlungsforderungen der Investoren mit der Aussetzung von Rücknahmen (sog. Gates) zu begegnen, um hohe Wertverluste bei der Liquidierung illiquider Assets zu vermeiden. Da eine adäquate Liquidierung illiquider Assets Monate oder sogar Jahre dauern kann, entstehen für die Investoren aus dem erzwungenen Halten der Positionen Risiken, die für sie eventuell nicht mehr tragfähig sind.
Eine Lösung für diese Problemstellung bietet ein aktuelles Research-Paper von Prof. Andrew Lo und Alexander Healy, die eine auf Futures basierende Beta-Overlay-Strategie zur Absicherung von Illiquiditätsrisiken vorschlagen. Diese Methodik ließe sich außerdem zur beliebigen Beta-Steuerung verwenden.
Zur Umsetzung werden liquide Futures und Forwards auf Aktien, Anleihen, Zinsen, Rohstoffe und Währungen verwendet. Als Datenbasis dient ein Universum aus Long-Short-Equity-Hedgefonds der Lipper/TASS-Datenbank. Die Autoren zeigen, dass die Methodik als "Beta-Blocker" bzw. "Beta-Repositioning" verwendet werden kann. Das Blocker-Overlay reduziert Volatilität, Autokorrelation und die Maximum Drawdowns und erhöht das Sharpe Ratio der betrachteten Hedgefonds, bei gleichzeitig nur geringer Renditeverringerung.
Quelle: Healy, Lo (2009)
Darauf folgend wird eine dynamische Anwendung der Hedging-Strategie erläutert. Die Strategie erlaubt es Investoren, kostengünstig eine Repositionierung ihres Portfolios vorzunehmen. Die illiquiden Aktiva lassen sich zudem als Collateral für die Futures-Positionen verwenden. Eine Übertragung der Ergebnisse auf weitere Anwendungen, z. B. für die taktische Asset Allocation oder Hedgefonds-Replikation, ist denkbar.
Quelle: Healy, Lo (2009)