Bei Immobilien-Investments dominiert Home Bias
Das Analysehaus IPD der MSCI-Gruppe hat in einer Anfang März erschienenen Studie den Real-Estate-Investmentprozess unter besonderer Berücksichtigung des Risikomanagements untersucht. Im Mittel setzt sich eine institutionelle Asset-Allokation zu je 40 % aus Aktien und Anleihen zusammen, weitere 20 % sind alternative Investments, wobei diese Werte je nach Herkunft des Anlegers erheblich schwanken können. Innerhalb der alternativen Investments stellen Immobilienanlagen mit einem Anteil von rund einem Drittel den größten Posten. Ebenfalls stark gewichtet ist Private Equity mit 21 %. Besonders beliebt bei Investoren weltweit sind Immobilienanlagen im deutschsprachigen Raum. Insgesamt haben die betrachteten Anleger 700 Mrd. US-Dollar im Immobiliensektor angelegt.
Quelle: IPD, MSCI
Mehr als die Hälfte der Assets ist in Core-Anlagen investiert, Value Add und Opportunistic sind im Wesentlichen nur in Asien stark repräsentiert. REITs hingegen spielen nahezu ausschließlich in den Benelux-Staaten eine größere Rolle. Bezüglich der Lage der Immobilien lässt sich bei mehr als 80 % der Investoren ein Home Bias feststellen. Dieser begründet sich einerseits durch die Funktion der Immobilienanlagen als Schutz vor Inflation im Heimatmarkt, andererseits aber auch durch die Annahme, für internationale Immobilienanlagen große und teure Expertenteams aufbauen zu müssen bzw. einen starken Partner zu benötigen. Investiert wird überwiegend in nicht gelistete Fonds gefolgt von Direktinvestments in Immobilien.
Quelle: IPD, MSCI
Der Ablauf des Investmentprozesses gliedert sich in der Regel in drei Phasen. Zuerst werden die grundsätzliche Allokation und die Instrumente, über die diese erreicht werden soll, festgelegt. Im Anschluss daran werden Strategien und Benchmarks bestimmt, anhand derer der Erfolg der Investments gemessen werden kann, bevor im dritten Schritt die Auswahl der Assets stattfindet. Während in der Vergangenheit die Risiken der Real Estate Assets meist innerhalb des Real Estate Teams überwacht wurden, ist seit der Finanzkrise zunehmend die Einbindung zentraler Risikomanagementstellen zu beobachten. Dennoch operieren die Real Estate Teams oftmals noch weitgehend unabhängig vom Rest des Portfolios.
Die Studie basiert auf der Auswertung der Daten von 138 institutionellen Investoren, vor allem Pensions- und Staatsfonds, sowie eines Surveys bei 40 dieser Anleger.