Banken fordern Neuordnung der Kapitalbesteuerung
Der "Bundesverband deutscher Banken" hat eine Neuordnung der Kapitalanlagenbesteuerung gefordert. Die angestrebte EU-Zinsrichtlinie sei keine Lösung für die deutsche Kapitaleinkommensbesteuerung, kritisierte Manfred Weber, Hauptgeschäftsführer und Vorstandsmitglied des Verbandes, in Berlin. Ein auf grenzüberschreitende Zinszahlungen beschränkter Informationsaustausch, von dem eine Reihe von Staaten ausgenommen blieben, werde nicht zu der erhofften EU-weiten Verbesserung der Steuermoral führen, sondern nur zu mehr Bürokratie.
Dies gelte umso mehr, als unter anderem innovative Finanzinstrumente, Dividenden und Wertpapierveraeusserungsgeschäfte nicht erfasst würden. Damit blieben viele Kapitalanlagen - namentlich im Aktien- und Investmentfondsbereich - auch künftig unberührt. Für international orientierte Anleger bestünde nach wie vor ein erheblicher Spielraum. Weber forderte statt dessen die Einfuehrung einer moderaten Abgeltungsteuer auf Zinsen, Dividenden und private Wertpapierveräusserungsgeschäfte. Die Bundesregierung soll das im vergangenen Jahr angekündigte "Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit" umsetzen, mahnte der Banker an.
Nach Ansicht des Absolut|report würde die Abgeltungsteuer für die deutsche Hedge Fonds-Industrie ebenfalls erhebliche Vorteile bringen, da sie sehr unter den hohen steuerlichen Transparenzanforderungen leidet.
zurück