28.04.2010 | Research

Auswirkungen steigender Staatsverschuldung auf bestehende Investments

Ein durch die Griechenland-Krise in den Fokus gerücktes Thema ist die steigende Staatsverschuldung öffentlicher Haushalte im Zuge der Finanzkrise. Aufgrund fiskalpolitischer Maßnahmen stieg die Verschuldung öffentlicher Haushalte weltweit massiv an, gleichzeitig befinden sich Länder wie Griechenland, Portugal und Großbritannien aufgrund ihrer Schulden, hoher privatwirtschaftlicher Verschuldung und Preiseinbrüchen auf den Immobilienmärkten in einer angespannten wirtschaftlichen Situation.
Für Investoren stellt sich die Frage nach den Auswirkungen dieser Umstände auf die Kapitalmärkte, um die Rendite- und Risikoprofile ihrer Investments einschätzen zu können. Eine aktuelle Research-Publikation der Deutschen Bank beispielsweise analysiert die Entwicklung der Haushalte in 17 entwickelten und 21 aufstrebenden Volkswirtschaften. Demnach stieg das Budgetdefizit der entwickelten Volkswirtschaften während des letzten Jahrzehnts von 3 % auf 5 % des Bruttoinlandproduktes (BIP) im Durchschnitt an. Die Verschuldung stieg von 72 % auf 95 %.


Quelle: Deutsche Bank

Ohne Anpassungen könne dies zu einer Verschuldung i. H. v. 130 % des BIP bis 2020 führen. Schwellenländer könnten ihre Schuldenquote hingegen allein durch ihr überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum senken. Bei ausbleibenden Gegenmaßnahmen sei daher von einer sich verschlechternden Bonitätslage entwickelter Industrienationen auszugehen.


Quelle: Deutsche Bank

Ein aktueller Report von Vontobel konzentriert sich auf eben diese Bonitätseinschätzung von Staatsschuldnern. Neben ausführlichen Erläuterungen der volkswirtschaftlichen Zusammenhänge von Finanzkrise, Imobilienmärkten und Verschiebung der Schulden vom privaten in den öffentlichen Sektor zeigt der Report Möglichkeiten für eine Entschuldung auf. Investoren wird eine Einschätzung auf die Entwicklung von Anleihen und Aktien in Ver- und Entschuldungsphasen dieser Nationen gegeben. Insbesondere Anleihen dürften demnach unter Zinsanpassungen und Inflation leiden, Aktien positive, aber unterdurchschnittliche Renditen liefern.
Zur aktuellen Beurteilung der Schuldnerqualität wird zudem der Vontobel Fiscal Risk Index vorgestellt. Für den Index wird ein Bonitäts-Rating anhand der Faktoren Verschuldung, Haushalt, Zinsen/BIP, Ertragsbilanzdefizit, Produktivitätswachstum, Laufzeit der Staatsschulden und historische Entwicklung vorgenommen. Dieses wird dann den Marktpreisen für Credit Default Swaps gegenübergestellt, um eine Über- oder Unterbewertung durch den Markt festzustellen. Griechenland würde demnach gegenwärtig zu negativ, Deutschland zu positiv beurteilt.


Quelle: Vontobel

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