Auswirkungen des Zinsniveaus auf die Versicherungsindustrie
Die Auswirkungen des aktuell weltweit niedrigen Zinsniveaus auf die Versicherungsindustrie sind Thema der letzten Sigma-Marktanalyse von Swiss Re. Demnach sind sowohl Lebens- als auch Nichtlebensversicherer von den niedrigen Zinsen betroffen. Während Nichtlebensversicherer über Tarifanpassungen oder Leistungskürzungen relativ flexibel auf das Zinsniveau reagieren können, ist dies bei Lebensversicheren nicht der Fall. Diese reagieren durch lange Laufzeiten und Garantien häufig viel sensitiver auf Zinsänderungen. Verschärft wird die Problematik laut Swiss Re durch bestimmte Optionen der Versicherungsnehmer, bspw. Laufzeit- oder Beitragsänderungen.
Kurswert-Buchwert-Verhältnisse von Versicherern und langfristigen Zinsen
Quelle: Swiss Re
Die Versicherungsbranche verwaltet weltweit rund 25 Billionen US-Dollar und damit ca. 12 % aller Finanzanlagen, so Swiss Re. Dadurch entsteht durch das Zinsniveau ein hohes Risiko. Die Analyse legt nahe, dass zur Lösung ein Umdenken erforderlich ist. Niedrige und starre Garantien nutzen weder der Versicherern, noch den Versicherungsnehmern, hier seien marktnahe und flexibel gestaltete Veränderungen erforderlich. Gleichzeitig müssen neue Versicherungen so ausgestaltet werden, dass sie gegen effektiv gegen Zinsänderungsrisiken abgesichert werden können.
Benötigte jährliche Prämien einer Leistung von 100.000 US-Dollar mit 20 Jahren Laufzeit
Quelle: Swiss Re