Auswirkungen der Finanzkrise auf nachhaltige Investments in Stiftungsportfolios
Eine aktuelle Arbeit von Dr. Michael Schröder von der ZEW untersucht die Performance nachhaltiger Anlagen von gemeinnützigen Stiftungen. Vorangegangene Arbeiten untersuchten die Performance mit Daten bis Mitte 2006, nun wurde die Analyse bis Ende 2009 und damit um den Zeitraum der Finanzkrise erweitert. Die Analyse erfolgt auf der Grundlage von stochastischen Simuationen von für Stiftungen geeigneten Portfolios, z.B. Anlage nur in Geldmarkt und Anlage in Aktien und Anleihen mit Protective Puts.
Schröder (2010)
Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass grundsätzlich bei einem langfristigen Anlagehorizont ein Großteil des Stiftungsvermögens aus Aktien bestehen sollte, wobei in der Analyse nur die Asset-Klassen Geldmarkt, Anleihen und Aktien berücksichtigt werden. Nur bei Inflationserwartungen zwischen 1,0 und 1,5 % sei die Nebenbedingung des realen Werterhalts mit einem Anleihenportfolio durchführbar. Die Absicherung der Aktienpositionen mit Put-Optionen eigne sich gut für die Reduzierung von Verlusten.
Die Analyse der Substitution von allgemeinen Aktien mit nachhaltigen Titeln kommt zu gemischten Ergebnissen. Generell kann die These, dass nachhaltige Portfolios eine bessere Performance in verschiedenen Marktphasen erzielen können, nicht bestätigt werden. Damit steht die Analyse mit dem neuen Zeitraum im Gegensatz zu den vorherigen Untersuchungen (vgl. Absolut|report-News "Nachhaltige Kapitalanlagen entschärfen Zielkonflikte bei Stiftungen"). Unter Umständen ist die Selektionsmethodik entscheidend, da für die verwendeten Nachhaltigkeitsindizes unterschiedliche Ergebnisse festgestellt werden (siehe hierzu auch Absolut|report-News "Einfluß von SRI-Analysen auf die Portfolio Performance").
Schröder (2010)