Auswahl der Asset Manager durch institutionelle Investoren
Ein rationaler Investor wählt aus mehreren Anlagealternativen diejenige mit der besten, zu erwartenden Performance. Ausgehend von dieser Grundregel der Kapitalmarkttheorie untersuchen zwei Autoren der Universität Oxford das Verhalten von institutionellen Investoren bei der Auswahl von externen Asset Managern. Howard Jones und Jose Martinez haben über einen Zeitraum von 13 Jahren Umfrageergebnisse von amerikanischen Pensionsplänen zu den von ihnen beauftragten Aktien-Mandaten zusammengetragen. Wie bereits frühere Studien zeigten, richtet sich die vom Investor erwartete Performance des Asset Managers überwiegend nach seiner Performancehistorie. Neu ist dabei einerseits die Erkenntnis, dass auch "weiche" Faktoren, wie etwa eine klar formulierte Investment Philosophie, renommiertes Personal oder transparente Governance, signifikanten Einfluss haben und die Wahrnehmung der Performance verändern. Andererseits zeigen die Ergebnisse, dass Investoren ihre so gebildete Erwartung bei der tatsächlichen Entscheidung für oder gegen einen Asset Manager ignorieren. Allein der Track Record besitzt signifikanten Einfluss auf die beobachteten Mittelflüsse. Die erwartete Performance dagegen spielt keine Rolle.
Quelle: Jones, Martinez (2013)
Die Ergebnisse der Studie belegen das Agency-Problem, vor dem viele Entscheidungsträger im Portfoliomanagement stehen. Eine Entscheidung auf Basis der reinen Performancehistorie lässt sich vor den Vorgesetzten und Eigentümern leichter verteidigen. Viele Investoren ignorieren daher ihre eigenen Erwartungen zu Gunsten einer einfacheren Rechtfertigung gegenüber den Anteilseignern.