Ausfallrisiko von Staatsanleihen als FX-Indikator
Die erwartete Abwertung einer Währung im Falle eines Staats-Defaults ist ein relevanter Einflussfaktor der Wechselkursentwicklung, zeigt ein Researchpaper von Pasquale Della Corte (Imperial College London) sowie Alexandre Jeanneret und Ella Patelli (HEC Montréal). Die Autoren zeigen sowohl theoretisch als auch empirisch, dass die Wechselkursentwicklung eines Währungspaares den Investor für das Tragen des Abwertungsrisikos im Falle eines seltenen, aber schwerwiegenden Kreditereignisses kompensiert. Diese kreditrisikoimplizierte Prämie (CRP) wird über Preisdifferenzen von CDS auf Staaten der Eurozone berechnet, die in unterschiedlichen Währungen denominiert sind. Das Datensample umfasst 16 Staaten der Eurozone für den Zeitraum 2010 bis 2017.
Die aggregierte CRP beträgt 24 %. Dies bedeutet, dass im Falle der Insolvenz aller 16 untersuchten Euro-Länder die erwartete Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar 24 % beträgt. Diese Prämie schwankt im Zeitverlauf allerdings stark.

Quelle: Della Corte, Jeanneret, Patelli, 2019
Die Autoren zeigen, dass die CRP ein signifikant positiver Präindikator für die Log-Rendite des USD/EUR-Wechselkurses ist – auch dann, wenn u.a. Zinsdifferenzen sowie Volatilitäts- und Liquiditätsrisikoprämie berücksichtigt werden. Dies gilt für Zeiträume zwischen einer Woche und einem Jahr und ist nicht nur statistisch, sondern auch ökonomisch signifikant. Ein Investor, der die CRP zur Prognose von Wechselkursentwicklungen nutzt, kann auch unter Berücksichtigung von Transaktionskosten eine Outperformance gegenüber einer Random-Walk-Benchmark erzielen.

Quelle: Della Corte, Jeanneret, Patelli, 2019
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