08.11.2021 | Research

Aufnahme von Unternehmen in den S&P 500

Kun Li und Xin Liu von der Australian National University sowie Shang-Jin Wie von der Columbia University untersuchen in einem Researchpaper, ob Unternehmen durch die Beauftragung eines S&P-Ratings ihre Wahrscheinlichkeit erhöhen, in den S&P 500 Index aufgenommen zu werden. Basierend auf den von S&P veröffentlichten Index-Regeln können die Autoren 62 % der Mitglieder und 3 % der neu aufgenommenen Indexkonstituenten für den Zeitraum 1980 bis 2018 nachvollziehen. Folglich beinhalten 38 % der Mitglieder und 97 % der Neuaufnahmen diskretionäre Aspekte. Beim Russell 1000 ist der Anteil der nicht strikt-regelbasierten Indexmitglieder wesentlich geringer. Die Autoren prüfen, ob die Unternehmen durch die Beauftragung eines Ratings durch S&P versuchen, ihre Indexaufnahme zu beeinflussen, um von steigenden Aktienkursen und damit günstigeren Finanzierungsbedingungen nach einer Aufnahme zu profitieren.


Quelle: Li, Liu, Wie, 2021

Es zeigt sich ein statistisch signifikant positiver Zusammenhang zwischen Rating-Käufen von Unternehmen kurz vor einer Änderung der Indexzusammensetzung und der Wahrscheinlichkeit für die Unternehmen, in den Index aufgenommen zu werden. Bei Rating-Käufe beim S&P-Konkurrenten Moody’s gibt es diesen Zusammenhang nicht. Weiterhin beauftragen Unternehmen vermehrt Ratings bei exogenen Äderungen der Zusammensetzung – etwa einem Zusammenschluss zweier derzeitiger Konstituenten, wodurch ein Platz frei wird. Diese Zunahme der Rating-Käufe ist besonders in Zeiten ausgeprägt, in denen die Aufnahme in den Index mit einem stärkeren Anstieg der Aktienpreise einhergeht.


Quelle: Li, Liu, Wie, 2021

Zuletzt werden die Auswirkungen diskretionärer Indexaufnahmen auf die Unternehmensperformance analysiert. Unterschieden werden regelbasierte und diskretionäre Aufnahmen. Bei Letzteren werden die aufgenommenen Unternehmen (discretionary-in) und die nicht-aufgenommenen Unternehmen, die eine höhere Wahrscheinlichkeit für die Aufnahme gehabt hätten (discretionary-out), unterschieden. Discretionary-In-Unternehmen weisen im Vergleich zu den Discretionary-Outs in den vier Jahren nach Aufnahme eine Reduzierung von -14, 6 % bzw. -37 % in Profitabilität und Return on Assets. In Relation zu den regelbasierten Aufnahmen betragen die Rückgänge respektive -10,1 % und -59,5 %.


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