21.10.2025 | Märkte

Anwendungfelder für Tokenisierung im Asset Management

Das Thema Tokenisierung gilt neben Mutual Funds und ETFs als dritter Faktor einer strukturellen Transformation des Asset Managements. Aufbauend auf der Blockchain-Technologie können tokenisierte Fonds nicht nur die Form von Anteilsscheinen verändern, sondern das gesamte operative Modell der Kapitalanlage, zeigt eine Analyse der AIMA. Die sofortige Abwicklung, geringere Transaktionskosten und die Möglichkeit, Fondsanteile als Sicherheiten zu nutzen, kann zu erheblichen Effizienzgewinnen führen. In Kombination mit Stablecoins, digitalen Identitäten und programmierbarer Compliance entsteht ein On-Chain-Ökosystem, das den Zugang zu realen Vermögenswerten wie Anleihen, Krediten oder Immobilien erleichtert. 


Quelle: AIMA

Zentrale Anwendungsfelder sind die Tokenisierung von Fondsanteilen (Fund Tokens) und einzelner Vermögenswerte (Asset Tokens). Erstere ermöglichen digitale Anteilsscheine auf meist privaten oder permissioned Blockchains, letztere die Abbildung direkter Eigentumsrechte an alternativen Anlagen wie Private Debt, Immobilien oder Infrastruktur. 

Tokenisierung senkt die Eintrittsbarrieren durch Fractional Ownership, steigert die Transparenz und schafft perspektivisch Sekundärmärkte mit höherer Liquidität und globaler Handelbarkeit. Erste Pilotfonds richten sich vor allem an Krypto-Investoren, doch die Integration realer Vermögenswerte dürfte das Modell in den institutionellen Mainstream überführen, meinen die Autoren.

Regulatorisch ist bereits ein Wandel erkennbar. In den USA hat die SEC Anfang 2025 eine neue Richtung eingeschlagen: Tokenisierte Wertpapiere sollen grundsätzlich wie traditionelle behandelt werden, begleitet von klaren Regeln für Verwahrung, Handel und Offenlegung. Parallel fördern internationale Initiativen wie Project Guardian (FCA, MAS, FINMA, JFSA) den praxisnahen Dialog zwischen Aufsicht und Industrie. Auch Luxemburg zeigt der Studie zufolge, wie moderne Gesetzgebung – etwa das Blockchain-Gesetz von 2024 – zum Standortvorteil werden kann. Damit entsteht schrittweise ein regulatorischer Rahmen, in dem Tokenisierung rechtssicher skalieren und das Asset Management effizienter, transparenter und breiter zugänglich gestalten kann.

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