Ansatz für Konstruktion von Net-Zero-Portfolios
In einem Working Paper stellt Amundi einen Ansatz für die Konstruktion eines Netto-Null-Portfolios vor. Anders als bei einem Portfolio, das Dekarbonisierung anstrebt, verfolgt ein Netto-Null-Investitionsportfolio zwei Ziele: neben der Dekarbonisierung des Portfolios auch die Finanzierung der realwirtschaftlichen Transformation. Das bedeutet, dass die Dekarbonisierung endogen sein muss, also Mindestanforderungen an die Selbstdekarbonisierung erfüllt werden, und nicht exogen durch einen Umschichtungsprozess erwirkt wird.

Quelle: Amundi (2022)
Um die Net-Zero-Ausrichtung zu erreichen, schlagen die Autoren einen optimierungsbasierten Ansatz mit drei Beschränkungen auf der Grundlage verschiedener Metriken vor. Um die Dekarbonisierungsdimension und die Transitionsdimension entsprechend abzubilden, müssen zwei Arten von Kennzahlen berücksichtigt werden. Eine klassische CO2-Fußabdruckmessung und ein Dekarbonisierungspfad, die in physischen Maßeinheiten berechnet werden und anhand derer die erste Dimension bewertet werden kann. Zweitens schlagen die Autoren Transitionskennzahlen vor, die die Fähigkeit zur Finanzierung des Übergangs zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und die Bereitschaft der Emittenten zur Teilnahme am Netto-Null-Pfad messen und monetär ausgedrückt werden, bspw. kann der grüne Umsatzanteil als Indikator genutzt werden.
Da die Portfolio-Ausrichtung ein dynamischer Prozess ist, betonen die Autoren, das sowohl statische als auch dynamische Kennzahlen für Dekarbonisierung und Übergang berücksichtigt werden sollten. In diesem Zusammenhang verwenden sie Kohletrends für die Portfolio-Dekarbonisierung und betonen den Mangel an zukunftsweisenden Übergangsdaten wie bspw. Green Capex.
Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass Fondsmanager Scope-3-Emissionen berücksichtigen müssen, um ein Portfolio auf ein Net-Zero-Szenario auszurichten. Das zweite Resultat ist, dass die Dekarbonisierung eines Portfolios einfacher ist als die Anpassung an den Net-Zero-Pfad. Die dritte Erkenntnis ist, dass die Dekarbonisierung und die Anpassung des Portfolios Ausschlüsse beinhalten. Den Autoren zufolge ist es unmöglich, ohne den Ausschluss von Unternehmen eine Netto-Null-Szenario anzustreben.
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