Anlagestrategien im Negativzinsumfeld
Unigestion hat in einer aktuellen Veröffentlichung die Ursachen des momentanen Negativumfeldes untersucht und Lösungsmöglichkeiten für die Asset-Allokation vorgestellt. Zwar besteht entsprechend der Kosten des Hortens von Bargeld eine theoretische Untergrenze für den Negativzins, doch sollten Investoren damit rechnen, dass auch Renditen im Korridor von -2 bis -3 % denkbar sind. Auf diese Situation haben Anleger vielfach mit dem Eingehen höherer Risiken und der Umschichtung in Titel aus anderen Regionen reagiert, die höhere Erträge versprechen. Hiervon haben beispielsweise US-Staatsanleihen profitiert, welche auf der anderen Seite bei einem anstehenden Zinsanstieg in den USA Kursrisiken ausgesetzt sind. Dennoch stellt der Verzicht auf Anleihen keine Alternative dar, da in der Eurozone auf kurze Sicht angesichts von Deflationsrisiken, geringen Emissionsvolumina von Staatsanleihen und gleichzeitig hoher Nachfrage nach Bonds durch die unkonventionelle Geldpolitik der EZB durchaus Chancen bestehen. Hinzu kommt, dass einige institutionelle Investoren gezwungen sein können, im Zuge von Solvency II ihre Aktienexposures zu reduzieren und das Kapital in den Anleihenmarkt umzuschichten.
Quelle: Unigestion
Unigestion empfiehlt, bei der Titelauswahl selektiver vorzugehen und sich auf Länder mit attraktivem Carry-Risiko-Verhältnis zu fokussieren. Daneben sollte das Risiko nicht ausschließlich über die Volatilität definiert werden. Gleichzeitig sollte das Anlagespektrum erweitert und das Portfolio in eine Ertrags- und eine Absicherungskomponente aufgeteilt werden. Ersteres kann konservativere Aktien, Smart-Beta-Strategien oder Private Debt umfassen. Stabilität wird dagegen durch Cross-Asset-Trendfolge-Techniken erreicht. In diesem Zusammenhang können Global-Macro-Ansätze sinnvoll sein, bei denen Trendfolge mit diskretionären Overlays kombiniert wird.