Analyse von Short-Selling-Verboten
Eine aktuelle Research-Arbeit über den Einfluss von Short-Selling-Restriktionen an den Aktienmärkten ist kürzlich von der Managementberatung Oliver Wyman veröffentlicht worden. Darin werden sowohl europäische als auch U.S.-Aktien untersucht, die während der Finanzkrise oder gegenwärtig Ziel von Leerverkaufsrestriktionen geworden sind. Die Autoren kritisieren zum einen einen negativen Einfluss auf die Liquidität von Institutionen die Short Selling betreiben. Zum anderen hätten Leerverkaufsverbote negative Auswirkungen auf die Markteffizienz.
Quelle: Oliver Wyman
So hätten Titel mit Leerverkaufsrestriktionen ein verringertes Handelsvolumen sowie eine massive Ausweitung der Geld-Brief-Spanne erlitten. Dies führe zu erhöhten Transaktionskosten. Gleichzeitig sei eine erhöhte Intraday-Volatilität zu beobachten. Daher sprechen sich die Autoren gegen die Fortsetzung von Leerverkaufsrestriktionen aus.
Quelle: Oliver Wyman
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin hat Anfang März bekannt gegeben, dass für eine Reihe von Titeln, die bereits während der Finanzkrise unter Leerverkaufsbeschränkungen lagen, nun Netto-Short-Positionen ab 0,2% der BaFin gemeldet werden müssen. Dies betrifft die Unternehmen Aareal Bank, Allianz, Generali, Commerzbank, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Deutsche Postbank, MLP, Hannover Rückversicherung und Münchener Rückversicherung.