Analyse von Financials im Euroraum
Mitte November hat die Landesbank Baden-Württemberg ihren Quartalsbericht für europäische Financials veröffentlicht. Die Autoren stellen darin eine Eskalation der europäischen Schuldenkrise im 3. Quartal fest. Das zweite Hilfspaket in Griechenland habe die Märkte nicht beruhigt. Auch in Italien ist der Trend abwärtsgerichtet, nur in Irland scheint sich die Situation stabilisiert zu haben. Insgesamt weitet sich die Ansteckungsgefahr für den Kern der Eurozone aus, Frankreich und Deutschland driften zunehmend auseinander. Zwar haben die Banken ihr Exposure in der Peripherie bereits heruntergefahren, dennoch bestehen weiterhin große Ansteckungsrisiken.
Quelle: LBBW (2011)
Zur Durchschlagung der Wirkungskette sei eine koordinierte, europaweite Rekapitalisierung des Bankensektors erforderlich. Zwar haben die europäischen Institute in der ersten Jahreshälfte bereits rund 25 Mrd. Euro eingesammelt, der Bedarf ist aber nach wie vor enorm. Die Gefahr des Abbaus von Risikoaktiva (RWA) mit den entsprechenden, negativen realwirtschaftlichen Auswirkungen sieht die LBBW begrenzt. Bei einem durchschnittlichen Anteil der RWA von 38% ergibt sich ein Bilanzsummenabbau von 1,56 Billionen Euro, der nach Einschätzung der Autoren allerdings nur zu einem Bruchteil durch die Rückführung von Kreditvolumina erreicht werden würde.
Darüber hinaus befasst sich der Report mit den möglichen Szenarien der Verlustbeteiligung im Resolution Regime der Europäischen Union und der Entwicklung des Funding im Bankensektor.