01.12.2009 | Research

Analyse der Discounts von Listed-Private-Equity-Fonds

Professor Christoph Kaserer und Henry Lahr vom Center for Entrepreneurial and Financial Studies der TU München haben eine ausführliche Analyse zu den Abschlägen (Discounts) von Listed-Private-Equity-Fonds veröffentlicht. Seit der Einführung von Fonds auf die Aktien von Privat-Equity-Unternehmen würden diese unter dem Net Asset Value (NAV) ihrer Portfolios notieren. Für Aktien hingegen wird i. d. R. eine Prämie verlangt, da das Verhältnis Buch- zu Marktwert empirisch kleiner eins ist.

Quelle: Lahr, Kaserer (2009)

Für ihre Analyse vergleichen die beiden Autoren daher Publikumsfonds mit begrenzter Laufzeit und Listed-Private-Equity-Fonds miteinander. Letztere starten mit einem durchschnittlichen Discount von 2,5%, der über die ersten zwei Lebensjahre auf einen langfristigen Durchschnitt von 21% anwächst.


Quelle: Lahr, Kaserer (2009)

Ebenso wird eine Saisonalität in den Fondsrenditen festgestellt. Im ersten Quartal sind diese überdurchschnittlich hoch, im zweiten und dritten Quartal unterdurchschnittlich niedrig. Die Unterschiede können dabei nicht vollständig durch ökonomische Faktoren erklärt werden. Ein signifikanter Faktor sind allerdings die Kreditbedingungen. So besteht ein inverses Verhältnis zwischen NAV-Discount und Credit Spreads von Staats- und Unternehmensanleihen. Weitere Ergebnisse sind eine Underperformance von Buyout-Fonds nach ihrem IPO und eine unvollständige Abbildung von systematischen Risiken in NAVs.

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