Alternative Risikomaße für Risk-Parity-Portfolios
Portfolios, die nach Risk-Party-Gesichtspunkten strukturiert werden, haben in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen. Mit einem solchen Ansatz sind jedoch zwei gravierende Nachteile verbunden, schreiben Lionel Martellini, Vincent Milhau und Andrea Tarelli vom Edhec-Risk Institute. Einerseits führen traditionelle Risk-Parity-Ansätze zu einer deutlichen Übergewichtung von Anleihen, was sich in einem Szenario steigender Zinssätze als problematisch erweisen dürfte, andererseits führt die als Risikomaß häufig verwendete Volatilität zur Gleichbehandlung von Aufwärts- und Abwärtsrisiken, was nicht im Interesse der Investoren liegt. Vor diesem Hintergrund untersuchen die Autoren basierend auf einem Datensample von 1973 bis 2012 alternative Ansätze, das Risiko zu spezifizieren.
Quelle: Edhec-Risk (2014)
Die Autoren finden heraus, dass Risk-Parity-Portfolios, die auf der Duration basierende Risikomaße verwenden (CRP-VOL-DUR), substanziell besser abschneiden als nach Rolling-Window-Volatilitäten (URP-VOL-RW) gewichtete. So steigt die Konkordanzrate, also der Anteil an Monaten, in denen sich die Rendite und die Gewichtung von Anleihen in die gleiche Richtung bewegen, um rund 22 Prozentpunkte auf 67 %. Noch besser ist die Konkordanzrate bei einer ausschließlich auf Abwärtsrisiken fokussierten Kennziffer. Ein Portfolio, dessen Risikogewichtung auf dem Value at Risk basiert (CRP-NGVAR-SR), zeigt eine Übereinstimmung von Anleihenrenditen und Veränderung der Anleihengewichtung von 75 %.
Quelle: Edhec-Risk (2014)
Da das Datensample weitgehend in einer Umgebung sinkender Zinsen liegt, führen die Autoren abschließend Monte-Carlo-Simulationen für die Performance der Risikogewichtungen in steigendem Zinsumfeld durch. Auch hier zeigen die beiden alternativen Risikomaße bessere Ergebnisse als der Standardansatz.