28.06.2018 | Research

Alternative Maße für Makro- und Finanzrisiken

Der Investment Manager Two Sigma hat in einem kurzen Researchpaper zwei alternative Maße zur Bemessung des Markteinflusses makroökonomischer und finanzieller Unsicherheit entwickelt. Die Untersuchung basiert auf 132 makroökonomischen Querschnitts-Indikatoren (z.B. BIP und Arbeitslosigkeit) und 147 finanziellen Zeitreihen (u.a. Branchen- und Style-Faktoren) für die US-Volkswirtschaft. Es zeigt sich, dass Makro- und Finanzrisiken die Finanzmärkte auf unterschiedliche Arten beeinflussen. Zwar besteht eine positive Korrelation zwischen finanzieller Unsicherheit und dem VIX, jedoch beträgt diese lediglich 0,4. Dies verdeutlicht, dass der VIX als alleiniges Maß für Unsicherheit nicht ausreichend ist. Währungsvolatilität hingegen wird stärker von makroökonomischer Unsicherheit beeinflusst, wie auch die Entwicklung des Wechselkurses selbst: Steigen makroökonomische Risiken, steigt auch der US-Dollar, was als Flucht in den sicheren Hafen gedeutet werden kann.


Quelle: Two Sigma

Auffällig ist eine starke negative Korrelation von Makro-Risiken und Rohstoffpreisen (mit Ausnahme von Gold), was verdeutlicht, dass die Rohstoffpreise von zyklischen Wirtschaftsfaktoren determiniert werden – nicht von Finanzrisiken.  In den weltweiten Aktien- und Anleihenmärkten sind beide Risikoquellen ähnlich bedeutend für die Preisentwicklung. Eine Ausnahme stellen hier Staatsanleihen dar, wo makroökonomische Unsicherheit den stärkeren Einfluss ausübt.


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