Allianz erhöht Anteil alternativer Anlagen
Die Allianz will das Geschäft mit sogenannten alternativen Anlagen in den kommenden Jahren stark ausbauen.Sowohl das Geschäft mit Unternehmensbeteiligungen (Private Equity) als auch das mit Hedge-Fonds werde in Zukunft eine größere Bedeutung erlangen, als es ohnehin schon habe, sagte Finanzvorstand Paul Achleitner auf einem Kapitalmarktgespräch des Konzerns in Frankfurt, wie die FAZ berichtete. Die Allianz hat über ihre Vermögensverwaltungssparte Allianz Global Investors zuletzt besonders das Volumen ihrer Dach-Hedge-Fonds ausgeweitet. Das verwaltete Vermögen der in Paris ansässigen Allianz Alternative Asset Management sei in den vergangenen sechs Jahren im Durchschnitt um 53 Prozent jährlich auf zuletzt 10,58 Mrd. Euro gewachsen, berichtete Elisabeth Corley, Europachefin von Allianz Global Investors.
Die Allianz ist insbesondere im Beteiligungsgeschäft schon lange aktiv und besitzt mit der Allianz Capital Partners den größten deutschen Direktinvestor, der rund 2,7 Milliarden Euro an Konzerngeldern in Unternehmen investiert hat. Mit der Allianz Private Equity Partners hat der Konzern zudem ein Dachfondsgeschäft, in dem 5,5 Milliarden Euro auch für Dritte in Beteiligungsfonds angelegt werden. Neue aufsichtsrechtliche Regeln für die Versicherer würden das Wachstum dieser Sparte in den kommenden Jahren beschleunigen, erwartet Thomas Pütter, Vorstandsvorsitzender der AAA-Holding, die das Konzerngeschäft mit alternativen Anlagen bündelt. Er kündigte zudem an, die Allianz wolle in den Markt für direkte Infrastrukturinvestitionen einsteigen.
In der Debatte über die möglicherweise zunehmenden Risiken an den Finanzmärkten hob Allianz-Vorstand Achleitner hervor, dass das Volumen der Finanzanlagen weltweit mittlerweile mehr als das Dreifache der produzierten Güter und Dienstleistungen betrage. 1980 seien es gerade einmal 109 Prozent gewesen. Achleitner sieht für die Versicherer noch großen Nachholbedarf, was die Verteilung von Risiken angeht. Bislang entspreche der Verbriefungsmarkt gerade einmal einem Prozent des Versicherungskapitals. Dies sei ein Wachstumsmarkt, der sich nach Schätzungen in den kommenden zehn Jahren auf mehr als 300 Milliarden Euro verdoppeln werde.