03.07.2009 | Research

Aktives vs. Passives Management in Bull- und Bear-Märkten

Ob aktives (long only) Management einen Vorteil gegenüber passivem Management bietet, ist eine der kontroversesten Diskussionen im Asset Management. Befürworter gehen von einer Outperformance gegenüber passivem Management aus, da durch Titelselektion (in Bull- und Bear-Märkten) oder durch Erhöhung des Cash-Bestandes (in Bear-Märkten) Managerfähigkeiten zum Tragen kommen. Gegenargumente sind, dass in effizienten Märkten keine Outperformance nach Kosten möglich ist, und dass empirische Studien bisher keinen signifikanten Vorteil von aktivem Management belegen konnten. Der US-ETF-Anbieter Vanguard erweitert die Diskussion um eine Untersuchung von aktiven und passiven Aktienfonds in Bull- und Bear-Märkten sowie ihre Persistenz in Europa und den USA.
Demnach konnten entgegen der gängigen Einschätzung in drei von sieben Bear-Märkten in den USA und in drei von sechs Bear-Märkten in Europa mehr als 50% der aktiven Fonds die Benchmark schlagen (survivors only, keine Style-Unterscheidung).


Quelle: Vanguard

Bei der anschliessenden Untersuchung der Persistenz zeigt sich, dass der Erfolg eines Fonds sich meist nicht in den nächsten Bärenmarkt überträgt. Lediglich 5% der aktiven Fonds konnten in allen sechs U.S.-Bear-Märkten die Benchmark schlagen.


Quelle: Vanguard

Abschließend untersuchen die Autoren die Bull-Märkte bzw. den Erfolg der aktiven Fonds beim Übergang zwischen den Marktphasen. So scheinen in Bull-Märkten deutlich weniger Fonds ihre Benchmark zu schlagen, als in Bear-Märkten. Aufgrund der mangelnden Persistenz bei der Performance über mehrere wechselhafte Marktphasen, schliessen die Autoren, dass der passive Long-Only-Investor im Vergleich zu aktivem Long-Only-Management weder Nachteilen in Auf-, noch in Abwärtsmärkten ausgesetzt ist.


Quelle: Vanguard

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