Aktive vs. passive Fonds
Im Mittel erzielen ETFs eine Underperformance gegenüber dem Gesamtmarkt, die vergleichbar ist mit der von aktiven Fonds. Die Ursache liegt hier allerdings im Wesentlichen beim Einsatz aktiver Ansätze wie Hebel- oder Short-ETFs sowie Produkten mit negativen Faktor-Exposure, zeigt ein Researchpaper von David Blitz und Milan Vidojevic von Robeco. Gegenüber dem CRSP Marktportfolio haben ETFs seit 2003 eine Underperformance von 75 Basispunkten jährlich gezeigt. Verantwortlich sind allerdings nicht die großen ETFs, die klassische Benchmarks wie den S&P 500 tracken – diese haben ähnliche absolute und risikoadjustierte Renditen wie der Markt erzielt. Auffallend hohe Underperformances erzielten vielmehr Hebel- und Short-ETFs, die vor allem der kurzfristigen Spekulation dienen. Das Datensample umfasst 900 US-domizilierte ETFs, die im US-Aktienmarkt investieren.

Quelle: Blitz, Vidojevic, 2019
Die Autoren analysieren zudem Faktor-ETFs eingehender. Hierbei handelt es sich um Produkte, die entweder ihre Strategie bereits durch den Namen zu erkennen geben oder durch ihr Faktor-Exposure identifiziert werden können. Die meisten Ansätze liefern negative Alphas – auf einem ähnlichen Niveau wie aktive Produkte. Ein Grund hierfür kann allerdings die in den letzten Jahren schwache Entwicklung vieler Faktoren sein, was sich bei einer Normalisierung umkehren könnte. Produkte mit Anti-Faktor-Strategien, etwa Growth oder High Risk, blieben risikoadjustiert ebenfalls hinter dem Markt zurück. Die Autoren schließen, dass es schon mit echten Faktorstrategien schwierig genug ist, eine Outperformance zu erzielen. Zumindest sei es allerdings sinnvoll, Produkte zu vermeiden, die negative Faktor-Exposures aufweisen.

Quelle: Blitz, Vidojevic, 2019
Absolut Research unterstützt institutionelle Investoren bei der Selektion von Asset Managern mit der monatlichen Publikation Absolut|ranking. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 16.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 34 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 160 Universen. Neben aktiven Fonds analysiert die Publikation auch mehr als 600 ETFs.