Absolut ungenutzt ...
… ist und bleibt das Diversifikations- und Renditepotenzial liquider alternativer Strategien in Deutschland. In den vergangenen Jahren haben sich Hedgefonds bzw. Anlagestrategien, die Long- und Short-Positionen gleichzeitig einsetzen, leider nicht durchgesetzt. Bei Versicherungen, Depot-A-Beständen, Versorgungswerken, Pensionskassen und -fonds, Stiftungen, Kirchen, bei staatlichen Investmentgruppen wie Bund, Länder und Gemeinden haben diese Strategien kaum Relevanz erlangt.
Erste Allokationen zu Beginn des Jahrtausends wurden nach der Finanzkrise und später im Nullzinsumfeld wieder zurückgefahren. Die sogenannten Liquid Alts wurden und werden hauptsächlich bei Family Offices und einigen Corporates sowie spezifischen Stiftungen eingesetzt. Selbst beim Bundesverband Alternative Investments steht das Thema reduziert auf der Agenda, da auch Investoren wenig Interesse bekunden. Asset Manager stellen ihre Strategien nur dann vor, wenn sie danach gefragt werden.
Aber warum ist die Nachfrage bei Asset Ownern so gering? Ursächlich sind vielfach regulatorische, marktbezogene oder investmentkulturelle Gründe, aber auch die mangelnde Performance mancher Strategien in der Vergangenheit und in der Nullzinsphase. Wer sich für die Details interessiert, kann mich gerne ansprechen.
Dennoch legen führende institutionelle Investoren, allen voran die US-Stiftungen und Staatfonds, signifikante Anteile von 20 % und mehr in liquide alternative Anlagestrategien an. Diese Anleger wissen: Der Einsatz von Liquid Alts kann ein Portfolio signifikant diversifizieren und neue Renditequellen erschließen. Daher lesen Sie in dieser Ausgabe des Absolut|report einen Beitrag zum Konzept eines Multi-Strategie-Ansatzes. Es lohnt sich, „Hedgefonds“, die ein asymmetrisches Risikoprofil liefern können, nicht vollständig aus dem Auge zu verlieren. „Alternatives“ gibt es nämlich auch im liquiden Bereich.
Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 2|2024