Absolut nominal ...

Absolut|report 2|2023}

... sind die Verpflichtungen, die viele institutionelle Investoren, allen voran Versicherungen und Pensionskassen, gegenüber ihren Kunden haben. In der langen Niedrigzinsphase der vergangenen Jahre wurde die garantierte nominale Verzinsung leider stark abgesenkt und liegt im Durchschnitt aktuell zwischen 2 % und 2,5 % p. a. auf den Kapitalanlagenbestand.

Nominal ist aber nicht gleich real, und wie wir sehen, wird die Inflation länger als gedacht andauern und höher ausfallen. Der Blick auf die Realverzinsung gleicht einer Katastrophe: Selbst bei einem starken Rückgang der Inflation in den nächsten Jahren reicht für viele Versicherte und spätere Rentner die Garantieverzinsung auch unter Berücksichtigung möglicher Überschussbeteiligungen nicht zum Kapitalerhalt, geschweige denn für einen langfristigen Kapitalaufbau.

Institutionelle Investoren sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein, wenn sie sich rein an den vertraglich vorgegebenen Zielrenditen orientieren, was aktuell am Markt zu beobachten ist: Anleger wählen nicht die risikoreicheren – und in der Niedrigzinsphase gerne genommenen – alternativen Investments, sondern investieren „plain vanilla“ am Zinsmarkt in für die nominale Bedeckung auskömmliche Papiere. Obwohl höhere Renditen möglich sind, bleibt man vorsichtig.

Aber: Institutionelle Anleger haben den Vorteil der Professionalität, können in alle Asset-Klassen diversifiziert investieren, können Kostenvorteile aufgrund ihrer Größe erzielen und haben durch den Einsatz von derivativen Instrumenten bzw. Overlays die Möglichkeit, das Risiko detailliert zu steuern. Sie sollten diese besonderen Fähigkeiten nutzen, um nicht nur eine reale Rendite zu erzielen, sondern eine, die ihren institutionellen Kompetenzen entspricht. Der Anspruch muss hoch sein, denn es geht um ein wichtiges Gut: die Sicherung der Vermögenssituation sehr vieler Menschen im Ruhestand.



Michael Busack
Herausgeber




Ausgabe: Absolut|report 2|2023