Absolut alternativlos …
… sind Alternative Investments als fester Bestandteil der strategischen Asset Allocation in den Portfolios institutioneller Anleger. Private Equity, Private Debt, Infrastruktur- und Immobilieninvestments versprechen zusätzliche Renditequellen, geringere Korrelationen und den Zugang zu Illiquiditätsprämien. Die Diversifikationseigenschaften gelten als überzeugend. Abseits öffentlicher Märkte entstehen eigene Bewertungszyklen, Cashflow-Profile und Risikotreiber. In Multi-Asset-Portfolios können alternative Anlagen so die Volatilität glätten und Drawdowns abfedern – zumindest bilanziell, wenn auch nicht immer Mark-to-Market.
Doch wie belastbar sind diese Effekte? Niedrigere Korrelationen spiegeln oft modellbasierte Bewertungen wider, statt aktueller Marktpreise. In Stressphasen steigen ökonomische Abhängigkeiten meist stärker, als historische Daten es vermuten lassen. Diversifikation ist real, aber sie ist weder kostenlos noch unproblematisch.
Schwierig wird es, wenn Illiquidität „liquider“ gemacht werden soll. Semi-liquide Vehikel versprechen Flexibilität, kombinieren jedoch langfristige Assets mit kurzfristigen Rückgaberechten. Liquidität entsteht aber im Markt, nicht im Prospekt. Treffen Rückgaben auf begrenzte Exit-Möglichkeiten, entstehen Bewertungsrisiken, Gates und Zielkonflikte.
Alternative Investments erweitern den Handlungsspielraum institutioneller Investoren. Entscheidend bleibt jedoch: Illiquiditätsprämien lassen sich nicht vereinnahmen und gleichzeitig neutralisieren. Damit bleiben Alternative Investments ein strategisches Instrument – eines, das Disziplin und Professionalität bei der Due Diligence, Governance-Stärke und realistische Liquiditätsannahmen verlangt.
Michael Busack
Herausgeber
Ausgabe: Absolut|report 01|2026