Transformation vs. „Klimahölle“
Mit drastischen Worten hat UN-Generalsekretär António Guterres Anfang November die COP 27 eröffnet und vor den dramatischen Folgen der Erderwärmung gewarnt. War es in den Jahren 2020 und 2021 die Corona-Pandemie, so hat 2022 der Krieg in der Ukraine mit seinen Auswirkungen auch den globalen Klimaschutz stocken lassen. Viele Experten sehen das 1,5° C-Ziel schon in unerreichbarer Ferne.
Die nötige Transformation wird von vielen Menschen und Gesellschaften als zusätzliche Anstrengung wahrgenommen und hat selten Priorität. Auch die zunehmende soziale Spaltung in vielen Ländern trägt nicht zu einem geschlossenen Handeln bei. Wenn man sieht, wie die Polarisierung in den USA zunimmt, wird einem Angst und Bange. Politische Gegenbewegungen, die das Thema „Sustainable Finance“ als linke Einfl ussnahme brandmarken und – siehe Florida – für einige Pensionsfonds verboten haben, lassen das destruktive Potenzial erahnen, das in zwei Jahren auf die USA erneut zukommen könnte.
Trotzdem können wir den Kopf nicht in den Sand stecken. Die sozial-ökologische Transformation der globalen Wegwerfgesellschaft zur regenerativen Kreislaufwirtschaft hat erst begonnen und institutionelle Investoren werden von diesem Trend, der zwangsläufi g eintreten wird, profitieren. Kapital kann etwas bewegen, kann Impact erzeugen. Nicht allein, aber im gesellschaftlichen Zusammenspiel. Dieser Wandel muss als positives Narrativ verankert werden, jeden Tag aufs Neue.
Ich wünsche Ihnen allen einen friedvollen Jahresausklang und viele nach haltige Perspektiven mit der vorliegenden Ausgabe.
Ellen Hörth
Chefredakteurin
Ausgabe: Absolut|impact #4/2022