19.02.2014 | Analyse

Short-Duration-Fonds - Mehrwert für Langfristinvestoren?

Die Notenbanken waren im vergangenen Jahr erneut maßgeblich für die Wertentwicklung der Anleihenmärkte verantwortlich. Zwischen Mai und September, als viele Marktteilnehmer eine Reduzierung der expansiven Geldpolitik der USA antizipierten, mussten nahezu alle Anleihenklassen erhebliche Kursverluste hinnehmen. Absolut Research zeigt in der aktuellen Analyse "Short-Duration-Fonds - Mehrwert für Langfristinvestoren" jedoch, dass kurzlaufende Anleihen wesentlich geringere Verluste erlitten haben als Titel, die nach mehr als sieben Jahren bedient werden müssen.

  • Kurze Durationen überzeugen bei steigenden Zinsen
  • Beste Manager können Wertverluste vermeiden
  • Hohe Tapering-Resistenz
  • Erheblich geringere Drawdowns als in langen Laufzeiten


Sowohl während der Leitzinsanhebung in der Eurozone zwischen November 2005 und Juli 2008 als auch in der jüngsten Korrekturphase zwischen Mai und September 2013, als nach der Tapering-Ankündigung der Federal Reserve ein steigendes Zinsumfeld zumindest erwartet wurde, zeigten sich Kurzläufer-Anleihen resistent und konnten Investoren vor Kursverlusten schützen.

1| Maximum Drawdown verschiedener Laufzeiten europäischer Unternehmensanleihen

Quelle: Absolut Research

So betrug der maximale temporäre Wertverlust (Maximum Drawdown) für ein- bis dreijährige Restlaufzeiten in den letzten fünf Jahren nur -2,24 %. Das lange Ende mit Restlaufzeiten zwischen sieben und zehn Jahren dagegen verlor im selben Zeitraum in der Spitze -16,64 %, fast achtmal so viel. Auch im letzten Jahr mussten Anleihen mit mehr als fünf Jahren Restlaufzeit Kursverluste von mindestens drei Prozent hinnehmen. Kurzläufer-Anleihen dagegen notierten in der Spitze Kursverluste von weniger als einem Prozent.

Das Fondsangebot am kurzen Ende der Laufzeiten ist darüber hinaus umfangreich. Im Segment europäischer Unternehmensanleihen waren Ende letzten Jahres 14 Produkte am Markt, die über eine Historie von mehr als 36 Monaten verfügen. Rund die Hälfte der Asset Manager konnte dabei ein Rendite-Risiko-Profil erzeugen, das dicht an der Marktbenchmark lag.

2 | Wertentwicklung ausgewählter CorporateBonds Europe Fonds mit Fokus Short Duration zwischen Mai und September 2013, 17. Mai 2013 = 100

Quelle: Absolut Research

Vor allem in der Phase steigender Zinserwartungen zwischen Mai und September konnte eine Reihe von Produkten deutlich besser abschneiden als das langlaufende Marktsegment. Fünf bis siebenjährige Restlaufzeiten büßten im Mittel -1,7 % ein, ein- bis dreijährige Titel dagegen gewannen minimal. Die Analyse zeigt, dass zahlreiche Asset Manager die Benchmark in diesem Zeitraum übertreffen konnten. Die Vorteile eines Short-Duration-Ansatzes sind jedoch eher auf der Risiko- als auf der Renditeseite zu sehen. Die monatlichen Schwankungen und auch die kumulierten Wertverluste sind wesentlich geringer als am langen Ende der Fälligkeiten.

Für Investoren, die Zugang zu riskanteren Marktsegmenten wie High Yield oder Schwellenländern suchen, denen das spezielle Kreditrisiko aber zu hoch erscheint, kann ein gezieltes Investment in kurzlaufende Anleihen einen attraktiven Mittelweg darstellen. Insbesondere im europäischen Hochzinsbereich sind viele Lösungen am Markt, die in der Vergangenheit eine gute Performance liefern konnten.

Die Analyse „Short-Duration-Fonds – Mehrwert für Langfristinvestoren“ wirft einen unabhängigen Blick auf das Angebot europäischer Asset Manager und zeigt, welche Produkte in der Lage waren Investoren in Zeiten steigender Zinserwartungen vor Wertverlusten zu schützen.

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